"Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein."
HIPPOKRATES
Bereits seit tausenden von Jahren greifen die Menschen erfolgreich
zu Mitteln aus der Natur um körperlichen Leiden vorzubeugen und
sie zu bekämpfen.
Während im europäischen Raum die Droge
fast nur zur Anregung der Verdauung und wegen ihrer abführenden
Eigenschaften gebraucht wird, ist das Anwendungsspektrum in anderen
Kulturkreisen vielseitiger.
Verwendet werden neben dem eingetrockneten Saft auch der frische Blattsaft,
ganze Blätter, das Gel des wasserspeichernden Gewebes und auch
die Wurzeln.
Die ersten Aufzeichnungen zum nährenden Saft der Aloe-Vera-Pflanze
wurden vor etwa 6.000 Jahren in Ägypten gemacht. Sie galt
als Pflanze, deren "Blut" Schönheit, Gesundheit
und Unvergänglichkeit
verleiht. Cleopatra und Nofretete schätzten den wohltuenden
Saft und verwendeten ihn zur täglichen Haut- und Schönheitspflege.
Der Gebrauch von Aloe Vera galt als Streben nach körperlicher
Schönheit.
Die alten Ägypter balsamierten ihre Toten mit dem Saft der Aloe-Vera
und mit Myrrhe ein. Diese konservierende Eigenschaft war wohl ein
Grund für den Glauben der Menschen, dass die Pflanze Schönheit
und ein langes Leben verleihe.
Für die Kaiser des antiken
China symbolisierten die heilkräftigen
hornigen Randstacheln der Aloeblätter die heiligen Nägel
der Gottheit.
In den asiatischen Ländern war die Aloe Vera
zu dieser Zeit bereits ein fester Bestandteil der medizinischen
Behandlungen.
So ist auch
heute noch die Aloe ein fester Bestandteil der chinesischen Heilkunde.
Der
als Vater der Medizin bezeichnete Hippokrates, griechischer
Arzt (460 – 375 vor Christus) war ein überzeugter Bewunderer
der Aloe Vera. Er verwndete sie bei Geschwüren, Haarausfall,
und inneren Beschwerden.
Alexander der Große (356 - 323
v. Chr.) ließ die Verletzungen
seiner Krieger mit dem Saft der Aloe Vera auskurieren. Er ließ die
Aloe in Wagen pflanzen, damit er immer frische Vorräte auf
seinen Feldzügen hatte.
Es heißt, Aristoteles habe Alexander den Großen dazu überredet,
die Insel Sokotra zu erobern, um in den Besitz der Aloe-Haine zu kommen
- damit standen ausreichend Heilmittel zur Verfügung um verletzte
Krieger versorgen zu können.
Im Neuen Testament ist zu lesen, dass der Leichnam
Jesu mit einer Mischung aus Myrrhe und Aloe einbalsamiert wurde.
Auch
die Römer nutzten die Erfahrungen der Ägypter
und Griechen mit der wohltuenden Wirkung der Aloe-Vera Pflanze. Während
der Herrschaft von Kaiser Nero, um 50 n. Chr.,
lebte der im ganzen Orient
herumreisende Arzt und Naturforscher Dioskurides. Er stellte
in mehreren Büchern eine Arzneimittellehre mit vielen
Rezepten zur Behandlung von einigen hundert Krankheitsbildern
auf. In
seinen umfangreichen
Kapiteln über die positive Wirkung von Pflanzen beschreibt
er die Aloe als eine seiner bevorzugten Heilpflanzen. Er empfahl
die Anwendung
des Aloe-Vera Saftes bei zahlreichen Beschwerden: zur Wundbehandlung,
bei Magen- und Darmbeschwerden, Zahnfleischentzündung,
Gelenkschmerzen, Juckreiz, Sonnenbrand, Akne, Haarausfall,
usw.
Mit der Aloe Vera wurden neue Welten entdeckt: Christoph
Kolumbus führte Blumentöpfe mit Aloe
Vera auf seinen Schiffen mit, um mit dem Aloe-Vera Saft die Wunden
seiner Söldner
behandeln zu können.
Im 16. Jahrhundert sammelten spanische
Jesuitenmönche -
noch heute bekannt als bestausgebildetste Pflanzenkundler
und Heiler
- die wilde
Aloe Vera und verbreiteten sie auch an Orten, an denen sie
bis dahin nicht heimisch war.
Die Maya-Indianer gaben dem
hoch wirksamen Saft dieser Wüstenpflanze
den Namen "Quelle der Jugend".
Bekannt ist auch das Lebenselexier des schwedischen Arztes
Dr. Yernest, der im Alter von 104 Jahren an den Folgen eines
Reitunfalls
starb.
Das Rezept des Elixiers war damals schon seit mehreren hundert
Jahren ein Familiengeheimnis. Yernests Vater wurde 107, seine
Mutter 112
Jahre alt und einer der Vorfahren soll gar 130 Jahre alt
geworden sein. Inzwischen
ist die Rezeptur bekannt. Das heute unter dem Namen Schwedenkräuter
bekannte Elixier hat ziemlich die gleiche Zusammensetzung
(Eine Unze Soccotra-Aloe, je ein Gros Zitwerwurzel, Enzianwurzel
und vom besten
Safran, ein Gros feine Rhabarberwurzel, ein Gros Lärchenschwamm,
ein Gros venezianischer Therlak mit einer Pinte gutem Branntwein
vermischen, zehn Tage lang ziehen lassen, filtrieren, ...).
Der schwedische Doktor
versicherte seinerseits bereits: "Täglich des morgens
7 bis 8 Tropfen dieses Heilmittels in Wein, Tee oder Bouillon
genommen und
man lebt lange - ohne einen Aderlass oder einen Arzt zu brauchen.
Das Wunderbare daran ist, dass dieses Mittel für alles
gut ist."
Im Sanskrit trägt die Aloe den Namen Ghrita-kumari.
Kuman bedeutet im Sanskrit auch Mädchen. Man glaubte, dass die
Pflanzenheilkunde den Frauen die Energie der Jugend verleiht und von
regenerierender
Wirkung für die weibliche Natur ist. In der indischen
Ayurveda-Medizin findet die Aloe vielfältige Anwendungsmöglichkeiten,
z.B. als Verjüngungsmittel, bei Menstruationsbeschwerden
und zur Kreislaufstabilisation. Ayurveda umschließt
den ganzen Menschen: Seele und Körper
müssen in Harmonie sein. Diese Behandlungsart findet
auch in den westlichen Industrieländern zunehmend Beachtung.
Bei
den Mohamedanern dient die Aloe-Vera Pflanze nicht nur als
Heilpflanze, sondern auch als religiöses Glückssymbol.
Im 10. Jahrhundert empfahl der Patriarch von Jerusalem
Alfred dem Großen von
England die Aloe-Heilpflanze. Auf diesem Weg gelangte sie
nach Britannien.
Von Sklaven oder seefahrenden Engländern wurde sie wahrscheinlich
auf Westindischen Inseln und nach Florida eingeführt.
Im
frühen Mittelalter beschreibt die Benediktiner-Nonne
Hildegard von Bingen Aloe als Heilmittel bei Gelbsucht,
Magenerkrankungen und
Migräne, gegen Zahnfäule und bei eitrigen Geschwüren.
Während
des 16. Jahrhunderts wurden auch viele Indianerstämme mit der Aloe-Heilpflanze vertraut. Bei ihnen gehörte
die Aloe zu den 16 heiligen Pflanzen, die wie Götter
verehrt wurden. Mit verdünntem Aloe-Vera Saft rieben
sie sich den ganzen Körper
ein, um bei ihren beschwerlichen Wanderungen in den Sumpfgebieten
vor Insekten geschützt zu sein. Diese insektenabweisende
Eigenschaft der Aloe wurde später von den Indianern
auch dazu genutzt, insektenanfällige
Materialien, z.B. Holz, mit dem Aloe-Vera Saft einzureiben.
Dadurch blieben diese viele Jahre unbeschädigt.
Die indianische Anwendung der Aloe-Vera Pflanze vor allem
auch bei Verbrennungen wurde an den amerikanischen Universitäten
zwischen 1930 und 1950 in zahlreichen Studien untersucht
und bestätigt.
Ende der fünfziger Jahre gelang es
Bill C. Coats, einem Apotheker aus Texas, der einen guten
Teil seines Lebens mit dem Studium der Aloe
Vera verbracht hatte, das frische Mark der Pflanze mittels
eines vollkommen natürlichen Verfahrens haltbar zu machen,
ohne dass es Nährstoffe
verlor. Sein Geheimnis, das er patentieren ließ, besteht
darin, das Pflanzenmark drei Tage lang unterschiedlichen
Temperaturen auszusetzen
und wirksame Antioxidantien wie die Vitamine C und E sowie
Sorbit hinzuzufügen. In den USA ist deshalb auch die
Behandlung mit Aloe-Vera, sei es als Pflanze zur äußeren
Anwendung oder in Form des Aloe-Vera Saftes zur Nahrungsergänzung,
weit verbreitet.
Die Amerikaner nennen die Pflanze auch aufgrund
ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper "The
silent Healer" (die stumme Heilerin).
Auch unsere Urgroßmütter nannten Aloe Vera als die Erste-Hilfe-Pflanze schlechthin.
In Europa ist die Aloe Vera hauptsächlich als
hautpflegendes, wundheilendes und feuchtigkeitsspendendes
Mittel in kosmetischen Produkten
bekannt. Der Aloe Vera Saft ist hier erst seit Mitte der
90er Jahre im Handel.
Bei der physiologischen Versorgung unserer Körperzellen kommt
es auch zur Aufnahme von chemisch veränderten, mit Schadstoffen
belasteten oder denaturierten Lebensmitteln. Dies kann zu
einem Defizit an bioaktiven Vitalstoffen führen die
für unseren Körper
so besonders wichtig sind.
Die Aloe-Vera besitzt eine Menge
an lebenswichtigen Substanzen wie Enzyme, Aminosäuren,
Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Spurenelemte und Vitamine die
man in anderen Pflanzen so nicht findet.
Daher geniest sie bei immer mehr Menschen als Schönheitsmittel
und Nahrungsergänzung ein hohes Ansehen.
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