Oft wird die Aloe-Vera mit einer Agave verwechselt, der sie
im Aussehen sehr ähnelt. Jedoch im Gegensatz zur Agave ist die
Aloe kein Kaktus. Sie zählt zu der botanischen Familie der Liliengewächse
und ist damit eine Verwandte des Knoblauchs.
Von den über 300 Aloe-Arten ist die Aloe
barbadensis Miller, auch Aloe Vera Linn’e (lateinisch –
die echte wahre Aloe ) genannt, die wirkungsvollste, was ihre pflegenden
Eigenschaften betrifft.
Die Pflanze
liebt sandige Böden in subtropischem Klima, gerne
Wüstenböden. Die Anbaugebiete sind Mittel- und Südamerika,
Afrika, Australien, Florida, Texas, Kalifornien, Mexiko und Kuba
sowie im Mittelmeergebiet und auf den Kanarischen Inseln.
An
einem kurzen Stamm, der lange Zeit kaum sichtbar ist, säumen
sich die fleischigen gelhaltigen Aloe-Blätter. Bei älteren
Pflanzen kann der Stamm auch meterhoch werden.
Um diesen Stamm
scharen sich bis zu 30 fleischige schwertförmige Blätter,
die in Spiralform angeordnet eine Rosette bilden. Die hellgrünen Blätter
sind mit einem weißlichen Schmelz überzogen, der wie eine Wachsschicht
aussieht.
Die Knorpellinie an ihren Blatträndern säumen
weiße
kräftige
Zähne, die an eine Sägeblatt erinnern. Jungen Pflanzen fehlen
diese Zähne und die Blätter sind noch sehr weich. Zur Regenzeit
ist die Blattrosette flach ausgebreitet um gut Wasser aufnehmen zu können.
In der Trockenzeit richten sich die Schwertblätter auf und legen
sich wie die Schale einer Zwiebel übereinander.
Im Querschnitt erkennen
wir bei einem Blatt eine schuppige Wachsschicht, die die Außenhaut
umhüllt. Sie reflektiert Licht und Hitze und wird in
der Trockenzeit dicker. Ihre Spaltöffnungen kann die Pflanze tagsüber
schließen und nachts öffnen um mit dem Wasser gut haushalten
zu können.
Am unteren Ende der Außenhaut befinden sich
die sogenannten perizyklischen Sekretzellen. Sie enthalten den bitteren
gelben Saft, der in der Medizin und
Pharmazie traditionell als Rohstoff für Arzneimittel genutzt
wird. Diese Stoffe sind für die regelmäßige Einnahme
ohne ärztlichen
Rat nicht geeignet. Diese Stoffe sind nur in der Schale, jedoch nicht
im Blattgel enthalten.
In der Mitte des Querschnittes finden wir das
Blattgel. Dies sind chlorophyllfreie und deshalb weiße Zellen
mit einer durchsichtigen viskosen Masse. Es ist der wertvollste
Teil der Pflanze. Im diesem Gel sind die vielfältigen Inhaltstoffe
enthalten.
Von Mai bis Juni ist die Blütezeit
der Pflanze. Dann entwickelt die Lilienpflanze an einem bis zu
90 cm langen Stiel eine 30 – 50 cm lange Traube mit Blüten.
Ihre prächtig gelbe Farbe und ihr Nektar locken Honigvögel
und Bienen an.
Die Aloe-Vera vermehrt sich auf natürliche Art
und Weise. Die Frucht, eine dreifächrige Kapsel, öffnet
sich und der Wind streut locker den in den Fächern liegenden
Samen aus.
Typisch für Liliengewächse:
Die Pflanze wurzelt nicht tief in den von ihr bevorzugten
sandigen Boden, sondern hält sich nur an der Oberfläche
fest.
Selbstheilende Pflanze
Fast wie keine andere Pflanze schafft es die Aloe-Vera sich
selbst zu heilen. Sie kann über viele Monate ohne Regen auskommen.
Ihre Robustheit verdankt sie der besonderen Beschaffenheit ihrer
Blätter.
Diese verdunsten kaum Wasser und dienen dabei als Nährstoff-
und Wasserspeicher.
Diese Eigenschaft der Pflanze Depots für
Wasser und Nährstoffe
zu bilden entfaltet sie auch auf der menschlichen Haut. Bei Verletzungen
heilt die Pflanze sich selbst, indem sich an der schadhaften Stelle
der austretende gelartige Saft verfestigt. Er
bildet eine Schutzschicht
die innerhalb kurzer Zeit so fest wird, dass die Verletzung kaum
noch zu sehen ist. Das Blatt heilt somit sehr schnell und meist
ohne große
Narbenbildung.
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